Der perfekte Moment

Darum geht es doch!? Jedenfalls mir. Es geht um den Moment, um genau die zwei Sekunden, in denen Du begreifst, dass gerade ein Song entstanden ist. Jenem Augenblick, in dem einem klar wird, dass man etwas erschaffen hat. Gemeinsam.

Irgend jemand aus der Band hat eine paar Töne gespielt. Meist in Gedanken versunken und nicht in der Absicht etwas in Gang zu bringen. Ein Akkord, ein Beat, ein Sound, ein Groove. Plötzlich werden alle aufmerksam. Keiner spricht, Kippe aus, Pulle weg. Jeder greift sich sein Instrument und versinkt in die Welt tief im Inneren und spürt die Sehnsucht den Gefühlen, die nur durch Musik entstehen freien Lauf zu lassen, sucht nach dem Ventil. 

Kurze Zeit später formt sich dann aus einzelnen Tönen, Akkorden, Schlägen, Phrasings und Melodien eine gleichmäßige Soundstruktur. Die Struktur fängt an zu leben und der Groove entsteht. Zeit spielt keine Rolle. Sie steht einfach still. Irgendwann hört man dann auf zu spielen und es ist als ob man aus einem Traum erwacht. Ruhe. Blicke treffen einander. Das erste Grinsen ist auf den Lippen zu erkennen. Das ist der perfekte Moment.

Diesen Moment würde ich gerne festhalten und konservieren. Aber da man das nicht kann, versuche ich wie ein Junkie auf der Suche nach dem nächsten Trip dieses Gefühl zu reproduzieren. Aber es gelingt nicht immer und das ist auch gut so. Dann ist es um so schöner wenn es wieder einmal klappt mit den magischen drei Sekunden.     Rocco